Treffen sich ein Koch und ein Programmierer… oder auch nicht.
Wie denn? Der Programmierer wird den Koch vermutlich nicht treffen, da er sich dem Klischee entsprechend nur von Junkfood ernährt und daher kaum in einem Restaurant anzutreffen ist. Er könnte Neuigkeiten auf wired.co.uk und dzone.com verpassen oder bei einem interessanten Fall auf stackoverflow.com nichts zur Lösung beigetragen haben.
Der Koch wird dem Programmierer kaum begegnen, weil, naja sind wir mal ehrlich… Wer begegnet denn schon dem oben beschriebenen Programmierer. Dazu kommt, dass der Koch seinem Ruf entsprechend mit Saufen und Arbeiten viel zu beschäftigt ist.
Der einzig mögliche Treffpunkt ist irgendein Tankstellenshop spät in der Nacht. Der Programmierer traut sich erst zu später Stunde aus seiner logischen Umgebung und der Koch wird nach langem Abendservice auf der Suche nach dem nächsten Drink sein. Oder Zigaretten.
Wenn die beiden doch nur wüssten, was sie verbindet.
Man nehme den Koch. Seine Ausgangslage ist:
Jeder kann kochen, mach es besser.
Nun kann er das auf verschiedenste Weise bewerkstelligen, mit unterschiedlichem Erfolg. Beispielsweise eine simple Tomatensauce, zwischen gesalzenem Ketchup und einem geistigen Kurzaufenthalt in der Toscana liegen Welten und doch ist beides in gewisser Weise als Tomatensauce zu bezeichnen. Nun einige scheinen da kaum zu unterscheiden. Unter anderen unser Programmierer.
Und eben dieser steht oft vor einer ähnlichen Ausgangslage. Eine Software ist nicht wie die andere. Obwohl beispielsweise zwei Anwendungen das gleiche machen, heisst das noch lange nicht, dass sie sich ebenbürtig sind. Ihr, liebe Leser, merkt das zum Beispiel dann, wenn die Software aus unerklärlichen Gründen hängen bleibt, langsam ist oder euren tollen Laptop und eure Schenkel ins Schwitzen bringt. (Stw. Datenverwaltung/-auslastung). Zurück zur Tomatensauce, in der Softwarewelt gibt es sehr wohl auch Ketchup und Gedichte in Rot.
Dann teilen sich die armen beiden Nachteulen noch eine weitere Gemeinsamkeit.
Jeder kann lernen, was sie können.
In gewissem Masse. Da Ernähren und Kochen doch nicht selten nur vermeintlich nahe beieinanderliegen, lässt sich das durchaus mit der Ausgangslage des Programmierers vergleichen. Zumindest ist es so, dass jeder Kochen lernen kann, wie auch – Internet sei Dank, Programmieren. Und das schnell. Das Programmieren setzt sogar weniger voraus. Die Verletzungsgefahr ist auch erheblich geringer. Eine Zunge ist erfahrungsgemäss überflüssig oder zumindest suizidgefährdet aufgrund der kulinarischen Tiefenexpeditionen. Diese und die Nase sind bei fortgeschrittenem Kochen, also nicht mehr beim Ernähren, schon beinahe Pflicht. (Protipp: zuerst Kochen lernen)
Beide Ritter der Nacht haben sich also einen Beruf ausgesucht, dessen Ausbildung nicht von exklusivem Hokuspokus abhängt, sondern primär Interesse. Natürlich wird beim Programmieren ein gewisses Mass an logischem Denkvermögen vorausgesetzt. Diesbezüglich ist der Mensch im Vergleich zu allem anderen was auf diesem Planeten kreucht und fleucht bekanntermassen nicht schlecht davongekommen. Obwohl gewisse Individuen anderen Spezies beim grundlegenden Verständnis von Fressen und Gefressen werden etwas hinterher hinken.
Ein verkraftbares Manko, auch in der Welt des Programmierens.
Zurück. Da sich nun beide in einem Feld bewegen, dessen Lernkurve bis zu einem gewissen Punkt (und der kommt erst ein Stück nach der Professionalität) direkt vom Interesse abhängt, ist es für beide Grundvoraussetzung, dass der Tätigkeit mit Hingabe nachgegangen wird. Ansonsten wird die jeweilige Eule im Beruf eingehen, mangels Erfolgserlebnisse. Diese gibt es nicht geschenkt.
Und nun kommen wir zu ihrem grössten Opfer. Sie sind wie geschminkte Professionelle, wie ein guter Kebab, wie ein gutes Stück Schweinefleisch. Was zählt ist nur was man in den Händen hält. Niemand interessiert sich dafür wie das genau zustande gekommen ist und was alles so hinter der Fassade steckt.
Weder der Koch noch der Programmierer bedarf einer guten Pflege. Er kann Augenringe haben die stellvertretend für sein Geburtsdatum sind, sein Rücken kann derart gekrümmt sein, dass er nur auf dem Bergabstieg vom Matterhorn den Himmel erkennt. Sein sozialer Status ist derart unwichtig für das Produkt, dass ihm ein guter unter Umständen gar zum Verhängnis wird.
Beide können ohne Rücksicht auf Verluste von ihrem Vorgesetzten angepeitscht werden. Der Koch indirekt vom bösen, unkultivierten, völlig ahnungslosem Restaurantgast und seinem verlängertem, von Koordinationsstörungen geplagten Arm, der „Servicefachkraft“. Und der als Freelancer tätige, Nescafé-Premiummitglied, Programmierer von seinem geistig völlig umnachteten Auftraggeber.
Nun zu euch!! Stellt euch doch mal einen typischen Koch und einen typischen Programmierer vor.
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Und? Diese beiden Bilder triefen doch vor Hingabe!? Das Aussehen mal aussen vor, es ist so. Alle haben einen Alkoholiker in Weiss und einen charmanten etwas blässlichen Typen mit einem Negativ der Mondoberfläche im Gesicht vor dem geistigen Auge. Ist das bei den meisten anderen Berufen auch so? Nein..
Das schreit doch nach Leidenschaft.
Wenn diese beiden voneinander wüssten…